Big Tech verdient zweimal an privaten KI-Unternehmen – als Lieferant und als Aktionär
Analytische Informationen zu externen, nicht zum Portfolio gehörenden Unternehmen für unsere Leser
Berichte von Broadcom und Oracle sowie eine aktuelle Analyse der Financial Times beleuchten Anthropic und OpenAI, zwei noch nicht börsennotierte Unternehmen. Für Big Tech sind sie wichtige Kunden und Quellen rekordhoher Gewinne.
Broadcom fertigt maßgeschneiderte KI-Beschleuniger für beide. CEO Hock Tan erwartet, den KI-Umsatz von voraussichtlich 58 Mrd. US-Dollar im laufenden Geschäftsjahr auf etwa 115 Mrd. im Jahr 2027 zu verdoppeln; 2028 seien 230 Mrd. möglich. Anthropic soll 2027 größter Kunde werden, OpenAI 2028 der zweitgrößte.
Oracle unterzeichnete im Quartal neue KI-Cloud-Verträge über mehr als 30 Mrd. US-Dollar; der Auftragsbestand erreichte 664 Mrd. Die Investitionen stiegen auf 28,5 Mrd., während 850 MW Kapazität ans Netz gingen. Das Vorzeigeprojekt ist der Stargate-Campus in Abilene für OpenAI; sechs der acht geplanten Gebäude wurden übergeben. Crusoe plante und baute den Campus.
Die zweite Möglichkeit, an denselben Unternehmen zu verdienen, ist eine Beteiligung an ihnen.
Laut Schätzungen der Financial Times erzielten Alphabet, Amazon, Microsoft und Nvidia im zweiten Quartal über 160 Mrd. US-Dollar Gewinn, vor allem durch die Neubewertung ihrer Beteiligungen an Anthropic, SpaceX und anderen Firmen. Anthropic nahm im Mai 65 Mrd. bei einer Bewertung von 965 Mrd. auf, nach 380 Mrd. im Februar. Bei Amazon machten Neubewertungsgewinne von 50,5 Mrd., vor allem aus der Anthropic-Beteiligung, mehr als die Hälfte des Quartalsgewinns vor Steuern aus.
In diesem Zyklus wird die Wertsteigerung schon vor dem IPO realisiert. Anthropic reichte im Juni einen vertraulichen Prospekt bei der SEC ein; laut FT bereitet auch OpenAI einen Börsengang vor. Vor dem IPO fließen die Wachstumsgewinne an die bisherigen Anteilseigner.
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