Family Offices ziehen private Märkte zunehmend als wichtigen Teil ihres Portfolios in Betracht. Im Vergleich zu öffentlichen Märkten besteht hier zwar geringere Liquidität, dafür aber besserer Zugang zu Unternehmen in frühen und späten Wachstumsphasen.
Typischerweise steigen solche Investoren über Fonds, Co-Investments und Direktgeschäfte ein – so können sie Risiken zwischen Managementteams, Branchen und Entwicklungsstadien von Unternehmen streuen.
Für Family Offices sind private Märkte nicht nur eine Suche nach Rentabilität, sondern auch eine Kapitalarchitektur: langer Anlagehorizont, Transparenz des Prozesses und Kontrolle über die Ausgestaltung des Exits.
Warum Family Offices auf private Märkte setzen
Für Family Offices bieten private Märkte die Möglichkeit, ein Portfolio mit längerem Horizont aufzubauen, geringerer Korrelation zu öffentlichen Märkten und Zugang zu Transaktionen außerhalb der Börse. Hier zählt nicht nur die Rentabilität, sondern auch die Kontrolle über Risikostruktur, Einstieg und Exit. Daher werden private Märkte als eigene Kapitalschicht wahrgenommen, nicht als zufälliges Experiment.
Welche Formate genutzt werden
Üblicherweise kommen mehrere Instrumente zum Einsatz: Fonds, Direktbeteiligungen, Co-Investments, Secondaries und manchmal strukturierter Zugang über Partnerplattformen. Diese Architektur bietet Flexibilität: Risiken lassen sich zwischen Managern, Branchen und Entwicklungsphasen verteilen. Manche Deals erschließen Wachstumspotenziale, andere reifere Unternehmen mit klarer Monetarisierung.
Warum Illiquidität kein Nachteil, sondern Teil des Modells ist
Ja, private Märkte sind illiquider als die Börse. Doch genau dafür erhalten Investoren oft eine Prämie. Die Frage ist nicht, ob es überhaupt Liquidität gibt, sondern wie weit im Voraus der Ausstiegspfad bekannt ist. Wird ein Asset ohne Exit-Strategie erworben, steigt das Risiko sprunghaft. Ist der Exit geplant, wird Illiquidität ein steuerbarer Parameter.
Prüfpunkte vor dem Einstieg
Erstens: Team und Deal-Auswahlprozess. Zweitens: Transparenz der Struktur – Gebühren, Rechte, Laufzeiten, Beschränkungen, Waterfall. Drittens: Qualität des Assets selbst – Markt, Positionierung, Wachstumsrate, Umsatzqualität und Abhängigkeit von Fremdkapital. In privaten Märkten reicht der Kauf eines „Namens“ nicht – das gesamte Mechanismus muss verstanden werden.
Häufige Fehler
Der häufigste: Zugang zu einem exklusiven Deal mit dessen Qualität zu verwechseln. Der zweite: Niedrigen Einstiegspreis zu jagen und Assetqualität zu ignorieren. Der dritte: Zu übersehen, dass langfristiges Halten eine liquide Reserve in anderen Portfolioteilen erfordert. Family Offices gewinnen nicht durch den Einstieg in private Märkte, sondern indem sie Kapital als System aufbauen – nicht als Ansammlung zufälliger Wetten.
AMCH-Ansatz
Wir interessieren uns nicht nur für mögliche Erträge, sondern dafür, wie das Risikoprofil strukturiert ist und warum genau dieses Format für langfristiges Kapital passt. Bei langem Horizont und diszipliniertem Deal-Zugang werden private Märkte keine „Modestrategie“, sondern eine sinnvolle Kapitalallokations-Architektur.
Fazit
Family Offices nutzen private Märkte nicht aus Prestigegründen, sondern zur Kontrolle von Anlagehorizont, Struktur und Zugangsqualität. Das unterscheidet professionelle Kapitalarchitektur von impulsiven Investitionen in „irgendwas Nicht-Börsennotiertes“.