Laut Financial Times hat die Führung von Revolut eine potenzielle Börsenbewertung im Bereich von 150 bis 200 Milliarden US-Dollar diskutiert. Es wurde noch kein formelles Ziel genehmigt, aber selbst das untere Ende dieses Bereichs würde die Erwartungen an den europäischen Fintech-Markt erheblich verändern.
Wenn Revolut schließlich mit einer Bewertung von fast 200 Milliarden US-Dollar an die Börse geht, wäre dies eine der größten Fintech-Börsengänge der letzten Jahre. Für Spätphasen-Investoren ist dies ein wichtiges Signal, dass der Markt wieder bereit ist, sehr hohe Bewertungen für profitable Privatunternehmen mit globaler Verbreitung zu diskutieren.
Was ist passiert
Die FT berichtet, dass Revolut intern über eine Börsenbewertungsspanne von 150 bis 200 Milliarden US-Dollar diskutiert hat. Gleichzeitig hatte das Unternehmen zuvor erklärt, dass es nicht vor 2028 an die Börse gehen wolle.
Dieser Unterschied ist wichtig. In diesem Stadium sollten diese Zahlen eher als interner Bewertungsrahmen denn als offizielles Börsengangsziel betrachtet werden. Dennoch zeigt die Tatsache, dass solche Zahlen diskutiert werden, wie hoch der Markt die Wachstumsperspektiven von Revolut bewertet.
Warum der Markt bereit ist, über eine Bewertung dieser Größenordnung zu sprechen
In den letzten Jahren hat sich Revolut von einer Neobank zu einer globalen Finanzplattform entwickelt. Das Unternehmen hat sein Kernbankprodukt skaliert, Investmentdienstleistungen, internationale Überweisungen, B2B-Tools hinzugefügt und seine Expansion über mehrere Rechtsgebiete hinweg fortgesetzt.
Das Hauptargument für eine Premium-Bewertung ist die finanzielle Leistung. Laut dem FT-Bericht erzielte Revolut im Jahr 2025 einen Umsatz von 4,5 Milliarden Pfund und einen Gewinn von 1,7 Milliarden Pfund. Für ein privates Fintech-Unternehmen ist das kein „Wachstum um jeden Preis“-Profil mehr, sondern ein Unternehmen, das ein Premium-Multiple am öffentlichen Markt rechtfertigen kann.
Was dies für Nikolay Storonsky bedeutet
Wenn der Börsengang letztendlich am oberen Ende des diskutierten Bereichs notiert, könnte der Anteil von Nikolay Storonsky auf etwa 40 % des Unternehmens steigen. Selbst bei einer Bewertung von 150 Milliarden US-Dollar würde seine wirtschaftliche Position in Bezug auf die Vermögensbildung mit der der größten Technologiegründer der Welt vergleichbar werden.
Deshalb ist die Bewertungsdiskussion um Revolut nicht nur eine Geschichte der Unternehmensfinanzierung. Sie ist auch eine breitere Reflexion darüber, wie Vermögen innerhalb des europäischen Technologiesektors neu verteilt werden könnte, wenn das Unternehmen zu diesen Bewertungen an die Börse geht.
Warum dies für den Pre-IPO-Markt wichtig ist
Revolut ist bereits das wertvollste Startup in Europa. Wenn das Unternehmen mit einer Bewertung von 150 bis 200 Milliarden US-Dollar an die Börse geht, wird es einen neuen Maßstab für das Spätphasensegment setzen, insbesondere für große Fintech- und Softwareunternehmen, die voraussichtlich 2027–2028 an die Börse gehen werden.
Für Investoren ist dies aus zwei Gründen wichtig. Erstens scheint der Markt zunehmend bereit zu sein, eine Kombination aus Größe, Rentabilität und starker Markenkraft zu belohnen. Zweitens könnte das Börsengangsfenster für private Technologieunternehmen weiter offen stehen, als viele noch vor einem Jahr erwartet hatten.
Was eine solche Bewertung einschränken könnte
Selbst mit soliden Fundamentaldaten bleibt die diskutierte Bewertungsspanne sehr ehrgeizig. Die Schlüsselfrage ist, ob Anleger am öffentlichen Markt in den nächsten Jahren letztendlich bereit sein werden, ein solches Multiple für ein europäisches Fintech-Unternehmen zu zahlen.
Das Timing ist ein weiterer wichtiger Faktor. Revolut hatte zuvor angegeben, dass es nicht vor 2028 einen Börsengang plane, was bedeutet, dass sich die Marktbedingungen, die Anlegerstimmung und sogar die interne Struktur des Unternehmens vor dem Börsengang noch erheblich ändern könnten.
Risiken
Die Bewertungsspanne sollte noch nicht als offizielles Börsengangsziel behandelt werden. In diesem Stadium ist sie besser als Signal für interne Erwartungen denn als bestätigter Marktrahmen zu verstehen.
Eine hohe Bewertung schafft auch hohe Erwartungen. Wenn der Markt vor dem Börsengang ein langsameres Umsatzwachstum, strengere Regulierung oder Druck auf die Margen sieht, könnte die Zielspanne überarbeitet werden.
Für Pre-IPO-Investoren ist dies ein klassisches Spätphasen-Setup: Die Aufwärtspotenziale können erheblich sein, aber nur, wenn das Unternehmen sein Wachstum und seine Rentabilität beibehält und das richtige Marktfenster wählt.
Was es für Anleger bedeutet
Die Revolut-Story deutet darauf hin, dass der Markt wieder bereit ist, für Größe, Erträge und eine global anerkannte Verbraucherfinanzmarke zu zahlen. Wenn die Spanne von 150 bis 200 Milliarden US-Dollar durch zukünftige Transaktionen, Sekundärmarktaktivitäten oder explizitere Signale des Managements gestützt wird, könnte Revolut zu einer der prägenden Pre-IPO-Geschichten des nächsten Zyklus werden.
Für Anleger ist dies nicht nur ein unternehmensspezifischer Fall, sondern auch ein Indikator für den breiteren Spätphasenmarkt. Wenn Bewertungen in dieser Größenordnung wieder ernsthaft diskutiert werden, könnte die Lust auf große Technologie-Börsengänge zurückkehren.
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